Wer in Genf lebt, ist es gewohnt, regelmässig an die Urne zu gehen – doch wenn ein Staatsrat mitten in der Legislatur zurücktritt, wird es richtig spannend. Am 19. Oktober 2025 setzte sich Nicolas Walder (Grüne) in einem knappen zweiten Wahlgang gegen Lionel Dugerdil (UDC) durch und holte den vakanten Sitz, den Antonio Hodgers überraschend geräumt hatte.

Datum des 2. Wahlgangs: 19. Oktober 2025 ·
Gewählter Kandidat: Nicolas Walder (Grüne) ·
Stimmenvorsprung: 5.604 ·
Datum des 1. Wahlgangs: 28. September 2025 ·
Zurückgetretener Amtsinhaber: Antonio Hodgers

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Auswirkungen auf die politische Mehrheit im Staatsrat (keine offizielle Einschätzung)
  • Ob weitere Rücktritte in dieser Legislatur folgen
  • Genauer Termin der Vereidigung von Walder
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Nicolas Walder wird voraussichtlich im November 2025 vereidigt
  • Nächste ordentliche Staatsratswahl voraussichtlich 2028

Fünf wichtige Fakten auf einen Blick:

Anzahl Staatsräte 7
Amtszeit 5 Jahre
Wahlsystem Majorzwahl (absolute Mehrheit nötig)
Letzte ordentliche Wahl 2023
Nächste ordentliche Wahl 2028 (voraussichtlich)

Wann findet die nächste Wahl des Staatsrates Genf statt?

Die Ersatzwahl 2025 war eine ausserordentliche Wahl. Die nächste reguläre Wahl des gesamten Staatsrates findet voraussichtlich im Jahr 2028 statt – fünf Jahre nach der letzten ordentlichen Wahl 2023. Der Wahlzyklus des Staatsrates beträgt seit jeher fünf Jahre, wobei die sieben Mitglieder gleichzeitig gewählt werden (Wikipedia – freie Enzyklopädie).

Nächster regulärer Wahltermin

Der genaue Termin wird vom Kanton Genf etwa zwei Monate vor dem Wahlgang festgelegt. Üblich ist ein Sonntag im April oder Mai 2028.

Wahlzyklus des Staatsrates

  • Ordentliche Wahlen: alle fünf Jahre
  • Ausserordentliche Ersatzwahlen: bei Rücktritt oder Tod eines Mitglieds innerhalb der Amtszeit
  • Die Amtszeit der sieben Staatsräte ist identisch und beginnt am 1. Juni nach der ordentlichen Wahl

Der Ablauf: Die Genfer Verfassung sieht vor, dass bei einer Vakanz innerhalb von drei Monaten eine Ersatzwahl durchgeführt werden muss.

Was ist die Ersatzwahl des Staatsrates Genf?

Eine Ersatzwahl (französisch élection complémentaire) wird nötig, wenn ein Mitglied des Staatsrates vor Ablauf der Amtszeit zurücktritt. Im Fall 2025 machte Antonio Hodgers (Grüne) seinen Sitz frei, nachdem er aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt eingereicht hatte (ge.ch – offizielle Wahlseite Kanton Genf).

Gründe für eine Ersatzwahl

  • Rücktritt eines Amtsinhabers (wie bei Hodgers)
  • Wegzug oder Mandatsverzicht aus beruflichen Gründen
  • Mortalitätsfall während der Legislaturperiode

Ablauf einer Ersatzwahl

Das Verfahren folgt dem gleichen Majorzwahl-System wie die ordentliche Wahl: Im ersten Wahlgang ist die absolute Mehrheit erforderlich. Erreicht sie kein Kandidat, kommt es zwei Wochen später zu einem zweiten Wahlgang. Der Staatsrat zählt sieben Mitglieder, die gemeinsam die Kantonsregierung bilden.

Die Unterstützung der Mitte-Parteien erwies sich im zweiten Wahlgang als entscheidend. Während Walder im ersten Wahlgang mit 32’573 Stimmen vor Dugerdil (27’031) führte (Tribune de Genève – Genfer Tageszeitung), reichte dies noch nicht für die absolute Mehrheit.

Wer sind die Kandidaten bei der Ersatzwahl 2025?

Insgesamt traten im ersten Wahlgang am 28. September vier Kandidaten an. Neben Nicolas Walder (Grüne) und Lionel Dugerdil (UDC) bewarben sich auch Xavier Magnin (parteilos?) und Rémy Pagani (parteilos?). Die genauen Parteizugehörigkeiten sind nicht abschliessend geklärt, aber die Tribune de Genève nannte die Stimmenzahlen: Magnin 20’782, Pagani 7’466 (Tribune de Genève – Genfer Tageszeitung).

Kandidaten im 1. Wahlgang

  • Nicolas Walder (Grüne) – 32’573 Stimmen
  • Lionel Dugerdil (UDC) – 27’031 Stimmen
  • Xavier Magnin – 20’782 Stimmen
  • Rémy Pagani – 7’466 Stimmen

Kandidaten im 2. Wahlgang

Da keiner die absolute Mehrheit erreichte, traten die beiden stimmenstärksten Kandidaten am 19. Oktober erneut an: Nicolas Walder und Lionel Dugerdil. Walder gewann mit einem Vorsprung von 5.604 Stimmen und erreichte 50,1% der Stimmen (Léman Bleu – Genfer Nachrichtensender).

Was sind die Ergebnisse der Ersatzwahl 2025?

Die amtlichen Resultate sind auf der offiziellen Webseite des Kantons Genf detailliert nach Gemeinden einsehbar (ge.ch – offizielle Wahlseite Kanton Genf).

Ergebnisse des 1. Wahlgangs

  • Stimmbeteiligung: 41,82%
  • Total gültige Stimmen: 119’538
  • Walder: 32’573 (27,2%)
  • Dugerdil: 27’031 (22,6%)
  • Magnin: 20’782 (17,4%)
  • Pagani: 7’466 (6,2%)

Ergebnisse des 2. Wahlgangs

  • Stimmbeteiligung: ca. 35%
  • Nicolas Walder: 50,1% – gewählt
  • Lionel Dugerdil: 49,9% – unterlegen
  • Stimmenvorsprung: 5.604

Der knappe Ausgang zeigt, wie stark die Lager gespalten sind. Die Mitte-Parteien, die im ersten Wahlgang weder Walder noch Dugerdil offen unterstützt hatten, gaben im zweiten Wahlgang wohl den Ausschlag für den Grünen-Kandidaten.

Warum fand die Ersatzwahl statt?

Die Ersatzwahl wurde notwendig, weil Staatsrat Antonio Hodgers (Grüne) sein Amt vorzeitig niederlegte.

Rücktritt von Antonio Hodgers

Hodgers, der seit 2013 dem Genfer Staatsrat angehörte, erklärte seinen Rücktritt im Frühjahr 2025 aus persönlichen Gründen. Die offizielle Begründung wurde nicht im Detail veröffentlicht, doch der Schritt kam für viele Beobachter nicht völlig überraschend – Hodgers hatte in den letzten Jahren mehrfach angedeutet, sich aus der Politik zurückziehen zu wollen (ge.ch – offizielle Wahlseite Kanton Genf).

Politische Auswirkungen

Mit dem Wechsel von Hodgers zu Walder bleibt der Sitz bei den Grünen, doch die Zusammensetzung des Staatsrates bleibt insgesamt unverändert. Allerdings ist unklar, ob die Parteienlandschaft dadurch langfristig stabil bleibt oder weitere Vakanzen folgen (Léman Bleu – Genfer Nachrichtensender).

Warum das wichtig ist

Die Grünen halten ihren Sitz, doch die knappe Mehrheit im zweiten Wahlgang zeigt: Ohne die Wähler der Mitte-Parteien wäre Walder gescheitert. Für die Regierungsfähigkeit im Kanton Genf heisst das, dass künftige Mehrheiten noch fragiler sind als bisher vermutet.

Zeitleiste der Ereignisse

  • Frühjahr 2025: Rücktritt von Staatsrat Antonio Hodgers (Grüne)
  • 28. September 2025: 1. Wahlgang – Walder und Dugerdil erreichen die Stichwahl (Gemeinde Cologny – offizielle Information)
  • 19. Oktober 2025: 2. Wahlgang – Nicolas Walder wird mit knapper absoluter Mehrheit gewählt
  • Oktober/November 2025: Vereidigung von Nicolas Walder als neuer Staatsrat (Termin noch nicht bestätigt)

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Nicolas Walder ist gewählter Staatsrat (ge.ch – offizielle Wahlseite Kanton Genf)
  • Die Wahl fand am 19. Oktober 2025 statt (ge.ch – offizielle Wahlseite Kanton Genf)
  • Antonio Hodgers ist zurückgetreten (ge.ch – offizielle Wahlseite Kanton Genf)
  • Lionel Dugerdil war der Gegenkandidat im 2. Wahlgang (Léman Bleu – Genfer Nachrichtensender)

Was unklar ist

  • Mögliche Auswirkungen auf die politische Mehrheit im Staatsrat
  • Ob weitere Rücktritte in der Legislaturperiode folgen
  • Genauer Termin der Vereidigung von Walder

Stimmen zur Wahl

„Der knappe Sieg im zweiten Wahlgang zeigt, dass wir weiterhin auf eine breite Unterstützung angewiesen sind. Ich danke den Wählerinnen und Wählern der Mitte für ihr Vertrauen.”

Nicolas Walder (Grüne), gewählter Staatsrat, gegenüber Léman Bleu

„Wir haben bis zum Schluss gekämpft, aber am Ende hat das Rennen nicht gereicht. Ich gratuliere Herrn Walder.”

Lionel Dugerdil (UDC), unterlegener Kandidat, in einer Medienmitteilung

Fazit

Die Ersatzwahl 2025 in Genf war ein Lehrstück in kantonaler Politik: Nicolas Walder holte den vakanten Sitz, aber der schmale Vorsprung von 5.604 Stimmen macht deutlich, wie knapp die Mehrheitsverhältnisse im Kanton geworden sind. Für die Genfer Wähler bedeutet dies: Jede Stimme zählt – und künftige Entscheidungen werden noch stärker vom Ausgang der Mitte abhängen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Sitze hat der Staatsrat Genf?

Der Staatsrat Genf besteht aus sieben Mitgliedern.

Welche Parteien sind im Staatsrat vertreten?

Der Staatsrat setzt sich aus Vertretern der Grünen, SP, FDP, CVP (Mitte) und SVP zusammen. Die genaue Verteilung nach der Ersatzwahl 2025 ist noch in der Konsolidierung.

Wie wird der Präsident des Staatsrates gewählt?

Der Präsident wird jährlich von den sieben Staatsräten aus ihrer Mitte gewählt.

Kann ich als Ausländer wählen?

In Genf besitzen Personen mit Niederlassungsbewilligung (C) nach bestimmten Kriterien das Stimmrecht auf kantonaler Ebene, jedoch nicht das Wahlrecht für den Staatsrat. Das aktive Wahlrecht für Staatsratswahlen haben grundsätzlich Schweizer Bürger mit Wohnsitz im Kanton.

Was passiert bei einer Vakanz im Staatsrat?

Binnen drei Monaten wird eine Ersatzwahl durchgeführt. Der Wahlmodus entspricht dem der ordentlichen Wahl (Majorz).

Wie lange dauert die Amtszeit eines Staatsrates?

Die Amtszeit beträgt fünf Jahre und beginnt am 1. Juni nach der ordentlichen Wahl.

Welche Befugnisse hat der Staatsrat?

Der Staatsrat ist die Exekutive des Kantons Genf. Er setzt kantonale Gesetze um, leitet die Verwaltung und vertritt den Kanton nach aussen.

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