
La Poste Suisse Portugal: IT-Jobs nach Lissabon – Umzug & Leben
Wer schon einmal versucht hat, in der Schweiz einen IT-Spezialisten zu finden, weiss, wie schwierig das ist. Die Schweizerische Post hat deshalb im September 2025 angekündigt, 200 IT-Stellen in Lissabon aufzubauen – und gleichzeitig in der Schweiz eine ähnliche Anzahl abzubauen, allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen. Was dieser Schritt für den Arbeitsmarkt bedeutet, wie teuer ein Umzug nach Portugal ist und welche Bande die beiden Länder verbinden, lesen Sie hier.
Neue IT-Jobs in Lissabon: 200 · Abgebaute Stellen in der Schweiz: 200 · Zeitraum: bis 2030 · Kündigungen: keine
Kurzüberblick
- Post baut 200 IT-Stellen in Lissabon auf (Netzwoche, Fachmagazin für IT und Business)
- Gleichzeitig werden 200 IT-Stellen in der Schweiz abgebaut (ITBusiness, Schweizer Branchenmedium)
- Keine betriebsbedingten Kündigungen – Abbau über natürliche Fluktuation (parlament.ch, offizielle Stellungnahme der Bundesversammlung)
- Wie viele Portugiesen kehren tatsächlich aus der Schweiz zurück? (keine verlässlichen Daten) (Le Temps, Schweizer Qualitätszeitung)
- Langfristige Auswirkungen auf den Schweizer IT-Standort sind offen (Le Temps, Schweizer Qualitätszeitung)
- September 2025: Ankündigung der Post (RTS, Schweizer Radio und Fernsehen)
- Bis 2030: Aufbau von 200 Stellen in Lissabon (ITBusiness, Schweizer Branchenmedium) (RTS, Schweizer Radio und Fernsehen)
- Parallel: Abbau von 200 Stellen in der Schweiz (Netzwoche, Fachmagazin für IT und Business) (RTS, Schweizer Radio und Fernsehen)
- Schweiz bleibt Hauptstandort der IT (Le Temps)
- Post investiert in Campus in Lissabon (RTS)
- Auswirkungen auf portugiesische IT-Landschaft noch unklar (Le Temps)
Sechs Fakten über die Verlagerung, den Umzug und die bilateralen Beziehungen – eine kompakte Übersicht:
| Fakt | Wert |
|---|---|
| Neue IT-Jobs in Lissabon | 200 |
| Abgebaute Stellen in der Schweiz | 200 |
| Zeitraum | bis 2030 |
| Entlassungen geplant | nein |
| Bilaterale Abkommen | mehrere (Wirtschaft, Kultur, Bildung) |
| Portugiesische Gemeinschaft in der Schweiz | ca. 250.000 Personen |
Gibt es die Schweizer Post in der Schweiz?
Ja – die Schweizerische Post existiert als staatliches Unternehmen mit Sitz in Bern. Sie bietet flächendeckend Brief-, Paket- und Finanzdienstleistungen an und beschäftigt rund 40.000 Mitarbeitende (Post.ch, offizielle Unternehmensseite). Die Post ist kein Monopol mehr, aber immer noch der dominierende Anbieter.
Was ist das Äquivalent zur Post in der Schweiz?
- In Portugal heisst der staatliche Postdienst CTT Correios de Portugal; für Pakete ist DPD oder UPS verbreitet.
- In der Schweiz ist die Post de facto der einzige flächendeckende Anbieter für Briefe – andere Firmen wie Quickmail sind nur regional tätig.
- Die Post hat keine direkte Konkurrenz im Briefgeschäft, bei Paketen gibt es Wettbewerb durch DPD, UPS und GLS.
Was kostet ein Postversand in der Schweiz?
Die Tarife wurden 2024/2025 angepasst. Ein Standardbrief (bis 50 g) kostet 1,20 CHF, ein Maxibrief (bis 1000 g) 4,80 CHF. Pakete (bis 30 kg) schlagen mit 8 bis 15 CHF zu Buche. Die Preise liegen deutlich über dem EU-Durchschnitt (Post.ch, Preisübersicht).
Ein Standardbrief in der Schweiz kostet fast das Doppelte wie in Portugal (0,85 €). Das ist ein Grund, warum die Post nach günstigeren IT-Standorten sucht – nicht nur bei den Gehältern, sondern bei allen Kostenfaktoren.
Der Befund: Die Post ist in der Schweiz fest verankert, aber der Kostendruck zwingt sie zu Innovation – und die Verlagerung von IT-Jobs ist ein Teil der Antwort.
Was kostet ein Umzug von der Schweiz nach Portugal?
Ein Umzug von der Schweiz nach Portugal kostet typischerweise zwischen 5.000 und 15.000 CHF, abhängig von Umfang, Distanz und Dienstleister. Spezialisierte Unternehmen wie Umzüge Müller oder International Movers bieten Komplettpakete an (Focus Online, deutsches Nachrichtenportal). Die Planung sollte drei Monate im Voraus beginnen.
Welche Nachteile hat ein Umzug nach Portugal?
- Bürokratisch aufwendig: Anmeldung bei der portugiesischen Finanzbehörde (Autoridade Tributária) nötig.
- Niedrigere Löhne als in der Schweiz – ein grosser Nachteil für jene, die nicht aus der Ferne arbeiten.
- Steuerliche Fallstricke: Der Umzug kann in den ersten Jahren zu Doppelbesteuerung führen, wenn die Abmeldefristen in der Schweiz nicht eingehalten werden (parlament.ch, offizielle Stellungnahme der Bundesversammlung).
Die Post spart pro IT-Stelle in Portugal schätzungsweise 30–40 % der Lohnkosten ein. Für die betroffenen Schweizer Arbeitnehmer bedeutet das nicht den Arbeitsplatzverlust – aber der Standort Schweiz verliert an Attraktivität für die nächste IT-Generation.
Das Fazit: Ein Umzug nach Portugal lohnt sich finanziell vor allem für gut verdienende IT-Fachkräfte, die remote für Schweizer Firmen arbeiten – nicht für alle.
Kann man mit 1000 Euro pro Monat in Portugal leben?
Die Lebenshaltungskosten in Portugal sind deutlich niedriger als in der Schweiz. Mit 1000 Euro im Monat ist ein einfaches Leben möglich: Miete für eine kleine Wohnung ausserhalb der Zentren (400–600 €), plus Verpflegung und Nebenkosten. In Lissabon reicht das Geld aber kaum – dort sind 1200–1500 Euro realistischer (Numbeo, Datenbank zu Lebenshaltungskosten).
Kann ich mit 3000 Dollar pro Monat bequem in Portugal leben?
- Ja – mit 3000 $ (ca. 2700 €) ist ein komfortabler Lebensstil möglich: hochwertige Mietwohnung, regelmässige Restaurantbesuche, Reisen.
- Ein Vergleich: In Zürich bräuchte man für denselben Standard mindestens 6000 CHF (swissinfo.ch, Schweizer Informationsplattform).
- Das erklärt, warum IT-Fachkräfte aus der Schweiz zunehmend nach Portugal schielen – und warum die Post dort einen neuen Standort aufbaut.
Die Konsequenz: Die niedrigen Lebenshaltungskosten in Portugal sind ein Magnet für Schweizer IT-Talente – aber auch ein Risiko für den Schweizer Arbeitsmarkt, den die Post gerade verkleinert.
Welche Beziehungen bestehen zwischen der Schweiz und Portugal?
Die bilateralen Beziehungen sind intensiv – wirtschaftlich, kulturell und politisch. Die Schweiz und Portugal haben mehrere Abkommen geschlossen, darunter eines über wirtschaftliche Zusammenarbeit (1976) und ein Doppelbesteuerungsabkommen (2013). Der Handelsaustausch belief sich 2024 auf rund 3,5 Milliarden CHF (EDA, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten).
Die portugiesische Gemeinschaft in der Schweiz ist mit rund 250.000 Menschen eine der grössten ausländischen Gemeinschaften – das stärkt die kulturellen Bande (BFS, Bundesamt für Statistik).
Der rote Faden: Die Post-Verlagerung ist kein isolierter Schritt – sie profitiert von jahrzehntelang gewachsenen Beziehungen, die den Austausch erleichtern.
Warum kommen Portugiesen in die Schweiz?
Viele Portugiesen wandern aus wirtschaftlichen Gründen in die Schweiz aus: Die Löhne sind im Durchschnitt 3- bis 4-mal höher als in Portugal, die Arbeitsbedingungen besser. Besonders in den Branchen Bau, Gastgewerbe und Pflege arbeiten viele portugiesische Staatsangehörige. In den letzten Jahren ist die Rückkehrbewegung gewachsen – viele kehren nach einigen Jahren nach Portugal zurück, oft mit Erspartem (RTS, Schweizer Radio und Fernsehen).
Das Paradox: Die Post holt sich IT-Kräfte aus Portugal, während gleichzeitig viele Portugiesen in der Schweiz arbeiten. Die wirtschaftliche Ungleichheit bleibt der Treiber in beide Richtungen.
Welcher Beruf wird in Portugal rekrutiert?
IT-Fachkräfte sind in Portugal besonders gefragt. Die Schweizer Post stellt nach eigenen Angaben 200 IT-Spezialisten in Lissabon ein – vor allem Softwareentwickler, DevOps-Ingenieure und Cybersicherheitsexperten. Aber auch Ingenieure und Mediziner verdienen in Portugal überdurchschnittlich (ITBusiness, Schweizer Branchenmedium).
Der Lohnunterschied ist signifikant: Ein IT-Spezialist in der Schweiz verdient im Schnitt 130.000 CHF pro Jahr, in Portugal etwa 50.000 € (ca. 47.000 CHF). Die Post spart also rund 40 % der Lohnkosten pro Stelle – ein starkes Argument für den Aufbau des Lissabonner Campus (Le Temps, Schweizer Qualitätszeitung).
Die Post sagt selbst: Sie muss im IT-Bereich über den Schweizer Arbeitsmarkt hinaus rekrutieren, weil der Fachkräftemangel hier enorm ist. Gleichzeitig senkt sie die Kosten – ein klassischer Win-Win aus Unternehmenssicht, aber ein Verlust von 200 Stellen für die Schweiz.
Die Frage: Wird Lissabon zum neuen IT-Hub der Post? Der Hauptsitz soll in der Schweiz bleiben. Aber wenn die Rekrutierung in Portugal so gut läuft, könnte der Campus wachsen.
Vor- und Nachteile der Verlagerung
Vorteile
- Zugang zu IT-Fachkräften, die in der Schweiz fehlen (Netzwoche)
- Kostensenkung: bis zu 40 % weniger Lohnkosten pro Stelle (Le Temps)
- Keine Entlassungen in der Schweiz – sozialverträglicher Abbau (ITBusiness)
Nachteile
- Verlust von 200 IT-Stellen in der Schweiz (Netzwoche)
- Know-how-Abfluss aus der Schweiz – künftige IT-Kompetenz konzentriert sich in Portugal
- Signalwirkung für andere Unternehmen: Standort Schweiz wird teurer und weniger attraktiv für IT
Der Trade-off: Die Post gewinnt Flexibilität und senkt Kosten, aber der Schweizer IT-Standort verliert an Substanz. Für die betroffenen Mitarbeiter ist das schmerzloser als eine Kündigung – aber nicht ohne Risiko.
Zeitleiste der Ereignisse
- September 2025
- Ankündigung der Schweizer Post: 200 IT-Jobs werden nach Lissabon verlagert (RTS)
- Bis 2030
- Schaffung der 200 Stellen im Campus IT Lissabon (ITBusiness)
- Parallel
- Abbau von 200 IT-Stellen in der Schweiz ohne betriebsbedingte Kündigungen (Netzwoche)
Der Zeitplan: Fünf Jahre bleiben, um den Umbau sozialverträglich zu gestalten. Ob das gelingt, hängt davon ab, wie viele IT-Kräfte in der Schweiz natürlich ausscheiden.
Was wir wissen – und was nicht
Bestätigte Fakten
- Die Schweizer Post schafft 200 IT-Jobs in Portugal – offiziell bestätigt (Netzwoche)
- Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen in der Schweiz (parlament.ch)
Was unklar ist
- Wie viele Portugiesen kehren tatsächlich aus der Schweiz zurück? – keine verlässlichen aktuellen Zahlen
- Langfristige Auswirkungen auf den Schweizer IT-Arbeitsmarkt – noch offen (Le Temps)
Die Lücke: Offizielle Daten zur Rückwanderung fehlen – und ohne sie lässt sich schwer abschätzen, ob die Post auf einen echten Brain-Drain oder einen zirkulären Austausch setzt.
Stimmen zur Verlagerung
„Il s’agit de nouveaux emplois ; il n’y a donc pas de transfert d’emplois de la Suisse vers le Portugal.“
— Sprecher der Schweizerischen Post, zitiert auf parlament.ch (offizielle Stellungnahme)
Die Post betont, die Schweiz bleibe Hauptstandort – doch die Symbolik des Schrittes ist klar: Lissabon wird zum zweiten IT-Hub des Konzerns.
— Redaktion Le Temps, Le Temps (Schweizer Qualitätszeitung)
Der Ton: Offiziell wird betont, es handle sich um neue Stellen – keine Verlagerung. In der Medienresonanz dominiert jedoch die Sorge vor einem Abbau des Schweizer IT-Standorts.
Fazit: Was bleibt?
Die Schweizer Post geht einen pragmatischen Weg: Sie erschliesst sich neue Talentpools in Portugal, senkt Kosten und vermeidet soziale Härten. Doch der Schritt sendet ein Signal: Der Schweizer Arbeitsmarkt ist für IT-Fachkräfte nicht mehr konkurrenzfähig genug. Für die rund 250.000 Portugiesen in der Schweiz könnte das Angebot der Post ein Grund sein, über eine Rückkehr nach Portugal nachzudenken – denn die Kombination aus Schweizer Gehaltsniveau (remote) und portugiesischen Lebenshaltungskosten ist verlockend. Für Schweizer IT-Talente dagegen wird die Wahl klarer: entweder höhere Gehälter in der Schweiz akzeptieren oder nach Portugal gehen – und damit eine Lücke im heimischen Arbeitsmarkt hinterlassen.
Wer konkret über einen Umzug nachdenkt, findet im Artikel über die Schweizer Post in Portugal weitere Details zu Offshoring-Strategien und Versandkosten.
Häufig gestellte Fragen
Wie bewerbe ich mich bei der Schweizer Post in Portugal?
Die Post schreibt offene Stellen auf ihrer Karriereseite (post.ch/karriere) sowie auf LinkedIn aus. Bewerbungen sind online möglich.
Welche IT-Qualifikationen werden für die Stellen in Lissabon gesucht?
Gesucht werden hauptsächlich Softwareentwickler (Java, Python), DevOps-Ingenieure und Cybersicherheitsexperten. Portugiesisch- oder Englischkenntnisse sind erforderlich.
Wird die Post auch andere Abteilungen nach Portugal verlagern?
Bislang gibt es keine offiziellen Pläne dafür. Der Fokus liegt auf IT. Die Post betont, dass die Schweiz Hauptstandort bleibt.
Wie hoch ist das Durchschnittsgehalt eines IT-Spezialisten in Portugal?
Ein IT-Spezialist verdient in Portugal durchschnittlich etwa 50.000 € pro Jahr – rund 47.000 CHF, verglichen mit 130.000 CHF in der Schweiz (Le Temps).
Kann ich als Schweizer Bürger ohne Visum in Portugal arbeiten?
Ja, da Portugal zur EU gehört. Als Schweizer Bürger benötigen Sie eine Aufenthaltsgenehmigung, die aber dank des Freizügigkeitsabkommens leicht zu erhalten ist.
Was sind die steuerlichen Unterschiede zwischen Schweiz und Portugal?
In Portugal liegt der Einkommensteuersatz für hohe Einkommen bei bis zu 48 % (inkl. Solidaritätszuschlag), während er in der Schweiz je nach Kanton zwischen 20 % und 40 % liegt. Es gibt ein Doppelbesteuerungsabkommen, das Doppelbesteuerung verhindert.